Geocaching – Naturverbundenheit und High-Tech in einer Disziplin

Bevor das Geocaching entstehen konnte, musste zunächst ein Störsender außer Betrieb genommen werden. Dieser Sender verhinderte bis zum Jahr 2000 eine metergenaue GPS-Ortung auch für Fußgänger. Nachdem Bill Clinton die Abschaltung beschlossen hatte, entwickelte sich Geocaching innerhalb kurzer Zeit. Das erfolgreiche Konzept ist schnell erklärt: Ein US-Amerikaner namens Dave Ulmer war Pionier für die Geocaching Bewegung. Er versteckte einen „Schatz“ im Wald und gab die Koordinaten dafür über das Internet bekannt. Dank GPS-Ortungsgeräten war es den Usern schnell möglich, das Versteck zu finden. Immer mehr Menschen wurden von der Idee des Geocaching angeregt und inspiriert. So finden sich heute mehr als zwei Millionen Orte (auch Geocaches genannt) in aller Welt. Etliche Länder wurden von der Geocaching Gemeinschaft mit kleinen „Schätzen“ bestückt. Ziel des Geocachings ist es, das Versteck mit Hilfe eines GPS Senders zu finden. Wer jedoch glaubt, das Geocaching sei mit einem einfachen Spaziergang zu vergleichen, der irrt. Oft bedarf es einer guten Ausrüstung und festem Schuhwerk, um dem Geocache nahe kommen zu können.

Das Prinzip „Geocaching“

Geocaching

Im Grunde kann jeder Geocaching betreiben, der Lust auf Natur und Abenteuer hat. Für Jung und Alt bieten die modernen Schatzsuchen immer wieder einen neuen Anreiz. Zentrum des Geocachings ist ein Behältnis, in dem ein Logbuch zu finden ist. Dieses Behältnis wird von einem Mitglied der Community in einem Versteck platziert, das einigen Anforderungen entsprechen muss. Unbedingt erforderlich ist es also, die Regeln des Geocachings vor dem Verstecken eines eigenen Caches zu kennen. Insbesondere stehen hierbei die Unversehrtheit der Schatzsucher, der Respekt vor Privateigentum und der Schutz der Umwelt im Fokus. Die Suchenden machen sich mit Hilfe eines GPS-Gerätes auf den Weg, um den Cache zu finden. Anfänger können sich zu Beginn auf eine Geocaching App auf dem Smartphone verlassen. Später dann, wenn das Geocaching zum geliebten Hobby wurde, wird ein professionelles Gerät notwendig. Leicht zu finden ist ein Cache auch dann nicht, wenn der Suchende bereits direkt vor ihm steht. Ein intelligent gewähltes Versteck und gute Tarnung erfordern oft einen scharfen Blick. Unterschiede werden hier mittels Schwierigkeitsstufen deutlich gemacht.

Die Ausrüstung für einen Geocaching Trip

Robuste Wanderbekleidung ist für die Schnitzeljagd 2.0 ein Muss. Immerhin wollen die Geocacher auch in unwegsamem Gelände an ihr Ziel gelangen. Unbedingt notwendig ist außerdem auch ein Stift. Mit ihm kann der Schatzsucher nach erfolgreicher Mission einen Vermerk in das Logbuch eintragen. Grundsätzlich ist ein kleiner Notizblock hilfreich, sofern zusätzliche Informationen aufgeschrieben werden sollen. Für einen Hobby Geocacher am Anfang seiner Karriere genügt diese Ausrüstung voll und ganz. Weitere Ausrüstungsgegenstände sind Zecken- und Mückenspray während der Sommermonate und ein handelsüblicher Kompass. Der Kompass ist eine gute Ergänzung zum elektronischen GPS- Gerät und kann in so mancher Situation den entscheidenden Erfolg bringen.

Um den Cache zu finden, braucht es gelegentlich spezielle Ausrüstungsgegenstände. Ein Teleskopspiegel und auch Magnete an Teleskopstangen können behilflich sein, einen Cache zu finden und zu bergen. Ohne diese speziellen Gegenstände ist es gelegentlich nicht möglich, die Suche erfolgreich zu beenden.

Mit der Kamera zum Geocaching

Digitalkamera beim Geocaching

Die Digitalkamera ist ein Ausrüstungsgegenstand, der beim Geocaching mehrere Funktionen erfüllen kann. So ist es möglich, die eigene Tour in beeindruckenden Bildern festzuhalten. Dies ist vor allem bei Caches sinnvoll, die in fremden Regionen und Ländern liegen. Besondere Naturschauspiele und Plätze mit der Kamera festhalten zu können, ist hierbei ein absolutes Muss. Zudem kann mit einer Digitalkamera die Geocaching Tour dokumentiert werden. Gerade ambitionierte Geocacher betrachten sich vergangene Touren gerne noch einmal und berichten anderen Cachern von ihren Erfahrungen.

Manche Digitalkameras beinhalten außerdem eine GPS-Funktion und sind somit die optimalen Geocaching Begleiter. Jedes Bild, das mit einer solchen Kamera geschossen wird, wird zeitgleich mit Koordinaten versehen. Diese Koordinaten ermöglichen später die genaue Zuordnung der Aufnahme. Besonders bei häufigen Touren und einer entsprechend hohen Zahl an Bildern ist die Möglichkeit des Geotaggings eine Wohltat.

Kameras für das Geocaching sollten selbstverständlich auch technisch einwandfrei funktionieren und Bilder von hoher Qualität schießen. Wichtig ist es daher, eine hochwertige Digitalkamera zu finden, die für ein Caching Erlebnis geeignet ist. Gute Kameras liegen hierbei preislich in einem Bereich zwischen 200 und 300 Euro, nach oben hin gibt es selbstverständlich kaum Grenzen.

Die verschiedenen Cache-Arten

Es gibt nicht nur eine einzige Gattung „Cache“. Das Geocaching wird gerade durch die Vielfalt der Caches zu einem abwechslungsreichen und fordernden Hobby. Manche Caches sind so gut versteckt, dass es Abseilausrüstungen oder auch Boote braucht, um sie zu erreichen. Sollte dies einmal der Fall sein, steht es jedoch in der Beschreibung des Caches. Eine gute Vorbereitung auf die Tour ist hiermit leicht möglich. Unterschiedliche Terrains haben jedoch wenig mit den Arten der Caches zu tun.

• Der traditionelle Cache
Beim Traditional Cache, der gerne auch „Tradi“ genannt wird, handelt es sich um die Urform des Geocaches. Hier ist das Ziel klar definiert und der Cache an einem bestimmten Standort zu finden.

• Der multiple Cache
Bei einem Multiple Cache, auch „Multi“ genannt, besteht der Cache aus mehreren Stationen. Das Regelwerk gibt eine Mindestanzahl von zwei Stationen für einen Multicache vor. Hierbei gilt es, einen Startpunkt zu finden und dann jeden weiteren Punkt zu suchen, bis die letzte Station des Multi Caches erreicht ist. Diese Art des Geocaching erinnert stark an die klassische Schatzsuche, bei der Hinweise und Rätsel die Suchenden an das Ziel bringen.

• Der mysteriöse Cache
Dieser Cache fängt schon mit einem Rätsel an. Beim Mystery Cache, auch Mystery genannt, müssen die Geocacher sich zunächst mit einem Rätsel beschäftigen. Ist dieses Rätsel gelöst, erhalten sie die Koordinaten. Diese jedoch beschreiben nicht den exakten Standort des Caches, sondern lediglich ein größeres Gebiet, in dem sich der „Schatz“ befindet. Auch beim Mystery Cache ist ein Aufbau mit mehreren Stationen denkbar.

• Der nächtliche Cache
Mitten in der Nacht ist ein solcher Geocache am besten zu finden. Grund hierfür sind Reflektoren und UV-empfindliche Flächen, die den Cache nur bei Dunkelheit erkennbar machen. Für Geocaching Abenteuer in der Nacht werden also zusätzlich zur gewohnten Ausrüstung Taschenlampen und UV Lampen benötigt.



Die Schwierigkeitsgrade beim Geocaching

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich Geocaches in Sachen Terrain. Auch die Schwierigkeit an sich ist ein weiteres Kriterium für die Bewertung eines Caches. Damit sich Geocacher nicht schon zu Beginn ihrer Karriere mit einem Cache überfordern, findet schon in der Beschreibung die Bekanntgabe des Schwierigkeitsgrades statt. Angegeben wird die Schwierigkeit in Sternen. Während ein Stern für einen leichten Cache steht, sind fünf Sterne Caches nur für besonders erfahrene und sportliche Geocacher zu erreichen. Hier kommt die bereits erwähnte Abseilausrüstung möglicherweise zum Tragen. Doch nicht nur das Terrain, sondern auch die Art des Verstecks und mögliche Rätsel erhöhen die Schwierigkeit eines Geocaches. Wer sich körperlich also weniger anstrengen, dafür aber im Kopf besonders ins Zeug legen möchte, kann einen Geocache mit einem Stern im Terrain und fünf Sternen in der Difficulty wählen. Letztlich ist das Geocaching dank der Verbindung von Natur und Technik ein besonderes Hobby. Es spielt keine Rolle, wie fit ein Cacher ist oder welches Geschlecht er hat. Viel wichtiger ist die große Vielfalt, die das Geocaching für alle Charaktere und Geschmäcker bietet. Sowohl Zuhause als auch in fremden Ländern ist Geocaching möglich. Dies macht es zu einer der flexibelsten und spannendsten Beschäftigungen überhaupt. Vom Schulkind bis zum Rentner lässt sich daher jeder gerne vom Geocaching begeistern.